Die Karwoche in Sevilla

Die Karwoche ist die wichtigste Festivität Sevillas .

Eine Feier, die sowohl visuell als auch spirituell in ihrer Art und Intensität einzigartig ist.  Zwischen Palmsonntag und Ostersonntag füllen fast sechzig Bruderschaften die Straßen der Stadt, um die Passion und den Tod Christi nachzuempfinden. Es ist Tradition, den verschiedenen Bruderschaften an mehreren Stellen der Strecke eine so genannte Saeta, einen Gesang des Flamenco, darzubringen.

Die Karwoche in Sevilla ist nicht nur Ausdruck eines tiefen religiösen Empfindens, sie ist auch eine eigenständige Kunstform, ein komplexes und manchmal sogar paradoxes Phänomen. An ihr nimmt die gesamte Stadtbevölkerung ohne Unterscheidung der sozialen Herkunft teil. Sie ist zugleich religiös und künstlerisch, tiefernst und jubilierend, nüchtern und sinnlich.

Die Karwoche in Sevilla ist nicht nur ein katholisches Fest mit über vierhundert Jahren Tradition, sondern die Quintessenz einer Kultur, die sich um die Lust der Sinne und das Wesen des menschlichen Daseins dreht.

Interessante Höhepunkte


Wer in der Karwoche nach Sevilla kommt, sollte sich einzig und allein von seinen Sinnen leiten lassen, etwa vom subtilen Duft, der die Stadt durchweht. Die Luft ist geschwängert von einem einzigartigen Weihraucharoma und dem Bukett der Orangenblüte.

Der Besucher sollte sich mitreißen lassen von der gefühlvollen Darbietung der Saetas oder vom Schweigen der durch die Straßen ziehenden Menschenmenge, die ihn unweigerlich zu einer der Bruderschaften mitzieht, die eine Heiligenfigur ausführt oder wieder heimbringt.

Um die Figuren besser sehen zu können, sollte man sich abseits der offiziellen Strecken halten, die von allen Bruderschaften auf dem Weg zur Kathedrale zurückgelegt werden. Das schwache Licht der Kerzen hebt die barocke Aufmachung einiger Figuren hervor, die ohnehin schon sehr ausdrucksvoll sind. Der so genannte Cachorro wird vielfach als besonders meisterhafte Darstellung des Todeskampfes Christi bezeichnet. Die besten Tage, um Sevilla in vollen Zügen zu genießen, sind wohl der Karfreitag und der Karsamstag. Nach der viel besuchten „Madrugá“ werden die Tage wieder geruhsamer, doch fehlt es keineswegs an emotionsgeladenen Augenblicken einzigartiger ephemerer Kunst.

Und in der Provinz...

In der Provinz Sevilla wird die Karwoche vor allem in den Orten Alcalá de Guadaíra, Alcalá del Río, Carmona, Morón de la Frontera, Coria del Río, Utrera, Écija, Marchena, Estepa, Osuna, Guadalcanal, La Roda de Andalucía und Las Cabezas de San Juan auf besondere Weise gefeiert.

Alle sind aufgrund ihrer besonderen Festlichkeit und Schönheit als Feste von touristischen Interesse eingestuft.

Download hier die Guía de la Semana Santa de la provincia de Sevilla

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