Beschreibung

Zwischen den Ausläufern der Sierra Morena im Norden und der Sierra Sur im Süden fließt der Guadalquivir, den die Römer Betis nannten, und bewässert ein fruchtbares Tal. 70 Km vor seiner Mündung liegt die tausendjährige Stadt Sevilla, Hauptstadt der autonomen Region Andalusien sowie der gleichnamigen Provinz, der größten und bevölkerungsreichsten der acht andalusischen Provinzen.

Die Dörfer und Städte entlang des Flusses sind ein lebendes Zeugnis der geschichtlichen und kulturellen Vergangenheit. Sevilla ist eine emblematische Stadt, die schon zur Zeit der Römer, Juden und Araber einen internationalen Ruf genießen konnte, und deren Fluss und Hafen eine große Bedeutung für den Handel mit der Neuen Welt hatte. Ihre Kunstschätze und Traditionen machen die Provinz zu einem einmaligen Ferienziel.

Lage

Die Stadt Sevilla ist die Hauptstadt von Andalusien und die gleichnamige Provinz ist die größte der acht andalusischen Provinzen. Sie grenzt im Süden an die Provinzen Málaga und Cádiz, im Norden an Badajoz, im Osten an Córdoba und im Westen an Huelva.

Die Provinzhauptstadt trägt auch den Namen Sevilla.

Geschichte

Der Ursprung der Stadt Sevilla geht auf die Kolonisierung durch Phönizier und Tartessier um etwa 1000 v. Chr. zurück. Ihre Siedlung an der Kreuzung von Wasser- und Landwegen ermöglichte ein schnelles wirtschaftliches Wachstum des Tals und der Umgebung.

Schon die von Julius Cäsar gegründete römische Kolonie Julia Romula Hispalis weist eine erstaunliche Handelsaktivität auf. Das gesamte Umland wird mit bedeutenden Siedlungen versehen, deren Monumentalität bis heute erhalten geblieben ist. Die Araber hinterlassen eine weitere bleibende kulturelle und architektonische Spur. Im 16. Jahrhundert erlebt Sevilla eine besonders prachtvolle Periode. Am Hafen der Stadt kommen Waren aus ganz Europa sowie Edelmetalle aus der Neuen Welt an, die zur Entwicklung Westeuropas beitragen. In der Zeit der Aufklärung bekommen der Handel, die Landwirtschaft und die Industrie neuen Schwung. Die Weltausstellung 1992 trägt weiter dazu bei, den Namen Sevillas international bekannt zu machen.

Landschaft

Die Provinz Sevilla ist ein Mosaik vieler Kulturen, deren Wurzeln weit in die Vergangenheit hinein reichen. Das breite Tal des Guadalquivir, der Gebirgszug der Sierra Morena und die Sümpfe des Naturparks Doñana bieten dem Besucher eine landschaftliche Vielfalt, die von großen Feuchtgebieten mit einer vielseitigen Vogelwelt über Bergwanderwege inmitten einer üppigen Mittelmeervegetation und Weiden mit wilden Stieren und hundertjährigen Steineichen bis zu weit reichendem Flachland mit kleinen einladenden Dörfern und monumentalen Städten, die ein lebendes Zeugnis der prachtvollen Vergangenheit sind, reichen.

Gastronomie

Wild, Fleischprodukte von frei laufenden Schweinen, Reis aus den Feuchtgebieten am Guadalquivir, Fisch und Meeresfrüchte von der andalusischen Küste sind die Zutaten für eine vielseitige, abwechslungsreiche Gastronomie, deren Markenzeichen die Tapas sind. In den Dörfern und Städten der Provinz Sevilla ist der Besuch von Bars, Tavernen und Tascas geradezu ein Ritual.

Das gastronomische Angebot wird durch Eintopf- und Schmorgereichte sowie typische Süßspeisen und die traditionell zubereiteten Mantecados (Schmalzgebäck) aus Estepa vervollständigt.