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Höhlenmalereien des Mittelmeerbogens der Iberischen Halbinsel

24/02/2022
Arte Rupestre Patrimonio de la Humanidad por la UNESCO

Ein enormes Welterbe, dessen sich mehrere autonome Regionen Spaniens rühmen können. In Andalusien finden sich Höhlenmalereien in den am weitesten östlich gelegenen Provinzen Jaén, Granada und Almería an insgesamt 69 Orten in vier geographischen Kerngebieten: dem Landkreis Los Vélez/Altiplano in Almería und Granada sowie in der Sierra Morena, in Quesada und in der Sierra de Segura in Jaén.

Die Höhlenmalereien des Mittelmeerbogens, die sich in verschiedenen Gebieten im Osten und im Zentrum der Iberischen Halbinsel – Andalusien, Katalonien, Murcia, Region Valencia, Aragón und Kastilien-La Mancha – finden, sind ein aufgrund ihrer Thematik, ihrer verwendeten Technik und ihrer konzeptuellen Komponenten einzigartiger Kulturausdruck. 

Die 1998 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärten Höhlenmalereien stellen auf sehr schematische Weise Menschen, Tiere, Sternenelemente und Symbole dar, die nicht nur einen Teil des täglichen Lebens der letzten Jäger- und Sammlergemeinschaften der europäischen Vorgeschichte wiedergeben, sondern auch ein greifbares Zeugnis des einstigen ökologischen Reichtums sowie der komplexen und mysteriösen Spriritualität jener Zeit bieten.

Landkreis Los Vélez und Hochebene von Granada 

Im Bergmassiv der Sierra de María-Los Vélez im Norden der Provinz Almería befindet sich die zum Naturdenkmal erklärte Höhle von Ambrosio. Ihr kalkhaltiger Fels, den die Menschen einst nützten, um bei Bedarf ihre steinernen Gerätschaften zu erneuern, weist interessante Malereien aus der Zeit des Jungpaläolithikums auf, die aus sehr verstreuten Strichen bestehen. Besonders spektakulär ist dabei das Bild eines Pferdes aus rotem Ocker, das sich perfekt von den restlichen Skizzierungen abhebt.

Ebenfalls in diesem Landkreis liegt die Höhle Los Letreros. Dabei handelt es sich um eine große Grotte mit insgesamt 174 Figuren an fünf verschiedenen Felswänden. Charakteristisch für diese Felsmalereien sind die Darstellung oft durch zwei miteinander kombinierte Dreiecke repräsentierter menschlicher Gestalten sowie die Abbildung zahlreicher zoomorpher Formen: Hirsche, Ziegen usw. Darunter die Figur des Indalo, das heutige Wahrzeichen der Provinz.

Auf der Hochebene von Granada im Gemeindegebiet von Huéscar erhebt sich der Felsüberhang Piedra del Letrero bzw. Los Santos Mártires. Seine alternative Bezeichnung als „Schild der Märtyrer" rührt daher, dass die Bewohner der Gegend die roten Flecken auf dem Fels einst als vergossenes Blut der Heiligen Alodia und Novilona deuteten. Der natürliche Felsüberhang ist nicht allzu groß, weist jedoch verschiedene Wandmalereien auf, die menschliche Gestalten, schematische Sonnen und Sterne, kammförmige Darstellungen, Streifen, Punkte und Flecken umfassen. Auch einige Tiere können ausgemacht werden, in diesem Fall ausschließlich Fische. 

Sierra Morena

Von der vorgeschichtlichen Gesellschaft nach der Jungsteinzeit wurde in Aldeaquemada in Jaén ein wahres Freiluftmuseum hinterlassen, so etwas wie eine Pinakothek mit 19 Höhlenmalereien von unberechenbarem Wert. 

Eine der repräsentativsten Felsmalereien, Tabla de Pochico, befindet sich knapp zwei Kilometer von Aldeaquemada entfernt, unweit des Naturgebiets Cascada de la Cimbarra. Sie umfasst drei verschiedene Bereiche. Dargestellt sind zoomorphe Figuren wie Ziegen oder Hirsche, Striche sowie Skizzen in verschiedenen Rot- und Ockertönen. In der näheren Umgebung gibt es weiterere interessante Fundstätten, darunter Poyo Inferior de la Cimbarra, Cueva de los Mosquitos, Poyo de en Medio de la Cimbarra und Cimbarrillo del Prado de Reche.

Weitere wichtige Fundstätten im Gemeindegebiet mit repräsentativen, zum Weltkulturerbe erklärten Höhlenmalereien sind Cueva de la Mina, Garganta de la Hoz, Prado del Azogue und Cueva de los Arcos. Nicht von der UNESCO gelistet, jedoch trotz allem von enorm großem Interesse, sind die Wandmalereien im benachbarten Naturpark Despeñaperros: Vacas de Retamoso, Los Órganos und Collado de la Ginesa.

Höhlenkunst in Quesada

Die in der Provinz Jaén gelegene Stadt Quesada verfügt über 22 Stationen mit Höhlenmalereien. Einer der Orte, an denen zahlreiche repräsentative Wandmalereien besichtigt werden können, die in archäologischer Hinsicht den Zeitraum von der Kupferzeit bis zur Bronzezeit abdecken, ist die Höhle El Encajero. An den Felswänden am Eingang zur Höhle wurden Überreste teils mit der Drehbank, teils manuell hergestellter Keramikarbeiten entdeckt. An den Wänden finden sich schematische Malereien levantinischen Aussehens, Gravuren und Aushöhlungen. Besonders interessant ist eine dreifach gedrehte Spirale.

Sierra de Segura

Auch in der Sierra de Segura finden sich in den Tälern von Zumeta und Río Frío außerordentliche Wandmalereien. Besonders zu erwähnen sind in dieser Hinsicht die Höhlenmalereien von El Engarbo sowie die in Cañada de la Cruz und in der Höhle El Collado del Guijarral. Die erste, die die gesamte Seite einer breiten Felswand einnimmt, zeigt verschiedene Szenen, in denen die Protagonisten Stiere, Hirsche und Menschen sind – Darstellungen von Jagd und Kampf, in denen manchmal verletzte Tiere erscheinen.

Die nach Süd-Südwesten ausgerichtete Höhle Cañada de la Cruz umfasst zwei Arten von Motiven. Einerseits Kampfszenen und Bogenschützen, ein Reh und eine weibliche Figur, ausgeführt mit geraden Linien, naturalistischer Art und im halbschematischen Stil. Andererseits eine Gruppe aus verzweigten Balken in Dunkelrot und Hellbraun.

Im Collado del Guijarral bzw. Poyo de los Letreros, an einer mehr als vierzig Meter hohen felsigen Mauer, finden sich verzweigte, zweilappige, hantelförmige Gestalten, Balken sowie schematische anthropomorphe und zoomorphe Figuren. Darunter drei hundeartige Tiere, Wölfe oder Hunde, von ungleicher Größe sowie ein Ziegentier. Besonders hervorzuheben ist die Abbildung von zwei Bogenschützen in Schießposition sowie mehrerer Idole mit Augen.

Höhlenmalereien des Mittelmeerbogens der Iberischen Halbinsel